Ressourcen und Chancen der Region

Ein Merkmal dieser Region ist, dass die extreme Armut weniger sichtbar wird als in anderen Gegenden, sei es weiter südlich im Land oder jenseits der Grenze in Burkina. Dies kann als Zeichen dafür gedeutet werden, dass die Bevölkerung motiviert ist, sich für eine positive Entwicklung in ihrer Umgebung einzusetzen.

Trotz der vielen Schwierigkeiten besitzt die Region durchaus auch einige Ressourcen, z.B.:

-       in Überfluss vorhandene Arbeitskräfte
-       es fehlt nicht an Motivation, Neues zu lernen und auszuprobieren
-       die Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit für die Gemeinschaft ist vorhanden
-       viele noch nicht erschlossene, nutzbare Landflächen
-       Existenz von Stauseen wie z.B. in Bombouaka
-       Wasserprogramm der Regierung konzentriert sich z.Z. auf dieses Gebiet, schätzungsweise 300 von 500 Wasserbohrungen waren erfolgreich
-       Erfolge in der Bildung genossenschaftlich organisierten Produzentengruppen
-       Seit über 10 Jahren erfolgreich tätige einheimische Mikrofinanz-Bank mit Filialen auch in kleineren Ortschaften (COOPEC)
-       Präsenz vieler ONG, die oft gute Arbeit leisten und Erfahrungswerte für Erfolg, aber auch Misserfolg liefern
-     natürliche Schönheiten der Region mit einigen Stätten, die touristisch besser genutzt werden könnten: z.B. die Grotten von Nano (UNESCO) mit neuer, guter Zugangsstrasse, das Hotel und Museum „Soukala“ in Bombouaka, allerding z.Z. noch in der Aufbauphase, oder das Naturreservat in Daluag;

Grundlegenden Neuerungen steht oft ein gewisser Trend zum Traditionalismus bei der Bevölkerung entgegen. Wenn diese Tatsache in der Entwicklungsarbeit genügend berücksichtigt wird, kann sie sich jedoch auch positiv auswirken. Beispielsweise können in Dorfräten, Elternräten oder in Dorfversammlungen Probleme auf traditionelle Weise diskutiert und Beschlüsse gefasst werden. Dies führt nicht immer schnell zum Ziel, doch die gefassten Beschlüsse werden von der Gemeinschaft mitgetragen.

Entgegen dem Anschein ist die Region der Savannen mit 81 Einw./Km2 nicht dünn besiedelt. Das kann als Chance im Kampf gegen die Desertifizierung angesehen werden, weil jede bebaubare Fläche gepflegt und beschützt werden muss, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren. Weil es noch unerschlossene Landreserven gibt, besteht durchaus die Chance, mit geeigneten Anbaumethoden dieses Ziel zu erreichen.