Schulwesen in Bombouaka

Die Volksschule

Im „Canton de Bombouaka“ mit ca. 20 Siedlungen gibt es mittlerweile 15 Volksschulen, die meisten davon mit je 6 Schulklassen auf Unter- und Mittelstufe. Die Gesamtzahl der Volksschüler betrug im letzten Schuljahr 3667, das ergibt eine durchschnittliche Klassengrösse von 40 Schülern. Von den 90 Lehrstellen sind jedoch nur 74 besetzt, 35 davon durch Hilfslehrer, von denen die meisten in den katholischen Schulen unterrichten, nämlich an 22 von 28 Lehrstellen.

Es ist bemerkenswert, dass die Erfolgsquote in den katholischen Schulen sehr viel höher liegt als in den staatlichen Schulen. Obwohl letztere im Prinzip gratis sind (oft müssen die Eltern für dies und jenes Geld sammeln), bewegt dies viele dazu, ihre Kinder auf die katholischen Schulen zu schicken und das Schulgeld von 3-5 CHF zu bezahlen. Das beweist, dass die Hilfslehrer durchaus ihrer Aufgabe gewachsen sind. Ihre Entlohnung von ca. 37 CHF genügt jedoch nicht zum Leben, weshalb die katholischen Schulen in diesem Jahr das Schulgeld erhöhen müssen, was wiederum viele Familien vor Probleme stellen wird.

Die Gebäude der Volksschulen in Bombouaka-Dorf bieten derzeit genug Platz für den Eigenbedarf. Platzmangel entsteht dann, wenn das Gymnasium mit den eigenen Räumlichkeiten nicht auskommt und Mittelschulklassen für einzelne Unterrichtsstunden hierher ausweichen, was nicht selten geschieht.

Im „Centre Joseph Batuul“, wo während einer kurzen Zeit das Gymnasium untergebracht war, gibt es jetzt ein Schülerfoyer mit Kochgelegenheit, Lese- und Lernräume und zwei grosse Versammlungssäle.

Ein grosses Problem an allen Volksschulen der Umgebung ist der Mangel an didaktischem Material. Ausserdem fehlt in Bombouaka eine brauchbare Bibliothek.

Das Gymnasium

Das (staatliche) Gymnasium von Bombouaka hat in den ersten Jahrgängen sehr gute Matura-Erfolgsquoten verzeichnet. Die wachsenden Klassengrössen stellen jedoch die Schulleitung vor riesige Probleme. Die Schülerzahl wird im kommenden Schuljahr etwa 1‘200 erreichen, zur Verfügung stehen derzeit aber nur 18 Klassenzimmer. Manche Klassen müssen für einzelne Schulstunden quer durchs Dorf in die Volksschule ausweichen.

Ein noch drängenderes Problem ist der Lehrermangel. Auch mit hoher Motivation ist ein qualitativ guter Unterricht bei Klassengrössen von 100 Schülern nicht mehr möglich. Die Platzprobleme wären mit zusätzlichen 4 Klassenzimmern wenigstens vorläufig gelöst, der Lehrermangel jedoch wird wohl noch für längere Zeit ein akutes Problem bleiben, ebenso der Mangel an Unterrichtsmaterial. Neben einer Bibliothek wären auch einige PCs für das Gymnasium eine grosse Hilfe.

Der Andrang aufs Gymnasium ist deshalb so gross, weil es im (französisch geprägten) Bildungssystem in Togo für begabte Schüler keine Alternative zum Matur-Abschluss und anschliessendem Hochschulstudium gibt. Von den Maturandinnen und Maturanden kann sich jedoch nur ein kleiner Teil das Studium leisten. Die anderen bemühen sich oft über verschiedene Organisationen um eine Patenschaft. Diese Art der individuellen Patenschaft wird den Schulleitern als die sinnvollste eingestuft, weil dadurch vorhandene Humanressourcen am effektivsten gefördert werden.

Handwerk und Handwerksausbildung in Bombouaka

Mit der zentralen und gut erschlossenen Lage und dem Markt bietet das Dorf gute Chancen für kleine handwerkliche Betriebe. Rund um den Markt gibt es schon sehr viele davon, und sie bieten viele Lehrstellen an. Um zu verhindern, dass die Konkurrenzsituation einen ruinösen Preiskampf auslöst, wurden Handwerkskooperativen gebildet. In diesen wird auch die Zuteilung der Lehrtöchter und Lehrlinge besprochen. Manchmal handelt es sich um Sozialfälle, die von der Mission oder vom OCDI (Caritaswerk der Diözese) an die Kooperativen vermittelt werden. So bilden die Handwerksbetriebe ein wichtiges soziales Auffangnetz auf Dorfebene. Diese Aufgabe wurde vom CGSF seit längerem dadurch unterstützt, dass bei Lehrabschluss jenen, die es sich nicht leisten konnten, Werkzeuge für die Ausübung des erlernten Berufs abgegeben wurden.

Nachdem sich die Idee eines Berufsbildungszentrums als zu kostspielig erwiesen hatte (Projekt „Centre Joseph Batuul“ 2009, mit einer Kostenschätzung von ca. 150‘000 CHF), hat diese Kleinarbeit die Berufsbildung „zum Eigenbedarf" auf Dorfebene geregelt und die Arbeitsbedingungen der Lehrlinge und Lehrtöchter verbessert. Auf der Strecke geblieben ist die Chance, innovative, zukunftsorientierte oder auch technisch anspruchsvollere Bildungsprojekte zu realisieren. Das Vakuum in diesem Bereich des Bildungssystems besteht in Bombouaka weiterhin.