12. Mai bis 10. Juni 2012

Eugen Del NegroEugen Del Negro homepage1

Vernissage
Samstag 12. Mai 2012 um 15 Uhr
Einführung durch
Dr. Adrian Mebold, Kunstkritiker


Der Künstler ist anwesend:
Auffahrt 17. Mai 2012 14 bis 17 Uhr
Pfingstmontag 28. Mai 2012 14 bis 17 Uhr
Finissage Sonntag 10. Juni 2012 14 bis 17 Uhr
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Öffnungszeiten
Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr
und nach Vereinbarung 052 269 15 50

Landbote, 31. 5. 2012

Erfahrung von Tiefen und Grenzen

Der Winterthurer Künstler Eugen Del Negro zeigt Malerei und Zeichnungen in Ramsen. Die Wiederbegegnung packt.
ADRIAN MEBOLD

Der 76-jährige Künstler Eugen Del Negro, Mitglied der Künstlergruppe Winterthur, hat sich in seinem Werk intensiv mit den verschiedensten Facetten surrealistischer Praxis auseinandergesetzt, deren Verästelungen bis in den amerikanischen abstrakten Expressionismus reichen. So ist über die Jahre ein vielfältiges, an Kontrasten reiches Oeuvre entstanden, das die Malerei, Collage und Zeichnung umfasst, am Rande begleitet von Kleinskulpturen.
Seine Besonderheit ist es, europäische Unruhe, Zweifel und Sensibilität mit amerikanischer Hochspannung zu verbinden. Wer Del Negros Kunst begegnet, spürt, dass die Aneignung der Nachkriegsmoderne eine höchst persönliche Dimension hat. Ziemlich sicher stimmt daher auch die Aussage, dass die Bilder das Resultat eines Ringens sind: einerseits um das Verständnis einer höchst komplexen Geschichte der Avantgarde und andererseits um das Verstehen der eigenen Person und Vita. Beides zu bewältigen, führte zuweilen an Grenzen und in Tiefen, die als Echos und Erinnerung in der Tiefenstruktur dieser Arbeiten fortwirken.

Grosse Palette

Nach der grossen Retrospektive in den Räumen von Oxyd in Winterthur Wülflingen ist Del Negro in der Galerie zum Kranz in Ramsen in einem intimeren Rahmen bis 10. Juni zu Gast. Obschon in dieser Werkschau die Collagen fehlen und die Grossformate in der Minderzahl sind, hinterlässt die repräsentative Auswahl an Malerei und Zeichnungen einen tiefen Eindruck. Solch eine Spannweite, solch eine Intensität
im Einzelwerk in Alen in schwarzer Farbe aufgetragenen gestischen Zeichen, in der schwarzen Übermalung einer zarten Farbstudie, in den grossen, locker verzahnten Farbfeldern oder im Tanz organischer Formen vor einem blauen Hintergrund.
Breiten Raum nehmen die Tuschzeichnungen ein. Ein dichtes Gewebe von nervigen Tuschlinien überzieht in einem All over das Blatt oder liest sich als ein fein komponiertes Puzzle. Während bei den Arbeiten mit den grossen Tuschzeichen diese sich als prägnante Figur vom Grund abheben, besticht in den All-over-Kompositionen die Gleichmässigkeit des gezeichneten Netzwerkes. In diesen Kontrasten spiegelt sich vielleicht auch eine Wahrnehmungserfahrung: Das Aufsteigen von Zeichen und ihr Versinken im Strom des Formlosen und Undeutbaren, der Wechsel von Entspannung und Spannung, von Beruhigung und Verunsicherung.