6. bis 22. Januar2012Januar2012 1

Ausstellung Eva Spalinger
Lesung Soraja Sonderegger

ÜBER EIN JAHR
DURCH EIN JAHR
BLICK UND GEDANKE
BILDER UND TEXTE

Lesungen von Soraja Sonderegger
mit Musik von Marcel Steinemann

Freitag/ Dreikönig. 6. Januar 2012 um 20 Uhr
Samstag. 21. Januar 2012 um 17 Uhr

Ausstellung von Eva Spalinger
6. bis 22.Januar 2012

Öffnungszeiten
Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr
und nach Vereinbarung 052 269 15 50

 

10. Januar2012 ___________ Steiner Anzeiger

Das Schwere erscheint schwerelos

Die Steiner Künstlerin Eva Spalinger stellt gegenwärtig in der Galerie Kranz in Ramsen aus. 
An der Vernissage las Soraja Sonderegger- Hüsejnow eigene Prosa.

RAMSEN Sogleich fallen einem grossformatige Ölgemälde auf, schwarze Linien und Schlieren auf weisser Leinwand. Was dargestellt ist, lässt sich nicht erkennen, regt aber zu Assoziationen an: Jahrringe, Lampenschirme aus Papier und ... Das Erstaunliche ist, dass die Werke trotz des grossen Formats und des Umstandes, das die Malerei die ganze Fläche dicht überzieht, schwerelos wirken. 

Eine Entdeckung. 

Darauf angesprochen, lächelt Eva Spalinger und weist auf das einzige nicht schwarz-weisse Bild im Erdgeschoss, eine Komposition eines Ringegeschlings in Rostrot. "Ich war in einer Werft in Hamburg", sagt sie, das sei sehr inspirierend gewesen, das viele rostige Eisen, das sie dort gesehen habe. Aber auch diese Komposition wirkt leicht. Das ist die Transformationskraft der Kunst, die Transformationskraft einer Künstlerin, die es sich nicht leicht macht. Die Selbstkritik der Künstlerin, die ausgebildete Goldschmiedin ist, ist gross und legt ihr manche Bürde auf, garantiert aber auch die Qualität des Gezeigten. Das gilt auch für die in verdünntem Rostton gehaltenen und offenbar in kürzester Zeit entstandenen Gemäldeskizzen im ersten Stock, die Eva Spalinger denn auch nicht recht gelten lassen will: "Sie haben dokumentarischen Wert." Die Idee der Ausstellung "Über ein Jahr, durch ein Jahr" ist es, das künstlerische Schaffen eines Jahres relativ unkritisch zu zeigen.

Soraja Sonderegger-Hüsejnow las zwei fast fugenlos aneinandergehängte Texte: impressionistische Wortkompositionen von musikalischem Duktus, Reflexionen einer Frau nach dem Ende einer Beziehung. Interessant war, wie aus dem assoziativen Erzählstrom heraus der Abwesende plötzlich angesprochen wurde, was den Text zum Brief machte. Soraja Sonderegger, fesselte das gute Dutzend Anwesender mit ihrer warmen Stimme und dem Gehalt ihres qualitätvollen Textes, der so endete: "Ich tanze, und du fliegst."

Am 21. Januar- die Ausstellung dauert bis zum 22. Januar- treten die beiden miteinander befreundeten Künstlerinnern um 17 Uhr noch einmal in der Galerie zum Kranz auf