Ausstellung Velimir Ilisevic 
Zeichnungen und Malereiilisevic

Öffnungszeiten
Samstag und Sonntag 14h bis 17h
und nach Vereinbarung 052 269 15 50

Vernissage:
Samstag, 24. Oktober, 15 Uhr
Einführung durch Dr. Hortensia von Roda
Kuratorin und Geschäftsführerin der Sturzenegger-Stiftung
Museum zu Allerheiligen Schaffhausen

Beschreibung:

Neue Tradition

Hauptmotive der Malerei von Velimir Ilisevic sind die Alltagsgegenstände. Diese haben von Anfang an den Charakter eines Zeichens: Je nach dem Zusammenhang, in welchen die Alltagsmotive gestellt sind, erhalten sie eine andere Bedeutung. Sie oszillieren in einem Spannungsfeldzwischen Kindheitserinnerung und aktuellem politischem Bezug. Gemalt in einer pastosen Handschrift, sind sie von geradezu magischer Präsenz.
(...)
Dr. Tina Grütter, Kunstwissenschaftlerin

Velimir Ilisevics Bilderwelten

Zur Ausstellung Velimir Ilisevic. Zeichnungen und Malerei. 

Einführung Dr. Hortensia von Roda, Kuratorin und Geschäftsführerin der Sturzenegger Stiftung Museum zu Allerheiligen Schaffhausen

Motiv und Motivation

Velimir Ilisevic betitelt die meisten seiner Werke. Seien es die immer wiederkehrenden Motive wie Haus, Stuhl, Fische, Tränke, Brust, Stiefel, Tanne, Brücke, die Katze Mina oder Begriffe wie „Weggang“, „Stolz“, „Im Schnee treiben“, „Flussentlang“, „Spiegelungen“, denen jeweils auch wieder ein Motiv zu Grunde liegt, wie etwa beim „Stolz“ der Stiefel.

Allen Bildtiteln, die zugleich auch das Motiv beziehungsweise die Motivation umreissen, ist eines gemeinsam: die Verbindung zur Natur als Behausung. Diese wiederum steht nicht für sich alleine, sondern im Zusammenhang mit der Kreatur, dem Objekt oder einer Begebenheit bzw. Beobachtung. So sind es Tiere, die in der Natur integriert und mit ihr verbunden erscheinen, zugleich aber immer auch eine ganz spezifische Eigenschaft verkörpern oder für ein einschneidendes Erlebnis stehen: der tote Fisch wird zum Sinnbild für die umweltbedingte Zerstörung, der noch lebendige Fisch steht für eine neue Generation die nachkommt, genährt durch ein weiteres Motiv, „die Brust“, die als „Tränke“ dient. Die Katze Mina ist Synonym für Bewegung und Eleganz sowie für das Suchen und Entdecken des Naturraums als Lebens - aber auch als Schutzraum. Objekte wie das Haus stehen für diesen Schutzraum schlechthin. Der Stiefel ist Sinnbild für Stolz, ein Männlichkeits- und Machtsymbol zugleich. Begebenheiten und Beobachtungen werden etwa mit „Weg zum Haus“, „Flussentlang“ oder „Spiegelungen“ betitelt. Immer stehen die Motive stellvertretend für etwas, das nie losgelöst von einer spezifischen Umgebung erscheint, die aber zumeist nur rudimentär gezeigt wird. „Zeichen der Existenz“ so nennt es Christoph Bauer im Katalog: Velimir Ilisevic. Zeichen zeigen“.
Grundsätzlich geht es Ilisevic immer um das Existentielle und um die Frage, wie ist etwas weiter zu treiben, zu verwandeln, zu reduzieren - wie kommt es zur Essenz, zum Kern dessen, was „die Welt im Innersten zusammenhält“ bzw. wie widerspiegelt sich eine Bild gewordenen Aussage adäquat in Form und Inhalt.

Der Künstler versucht anhand der erwähnten Motive seine Erfahrungen, Beobachtungen und Vorstellungen zu erfassen und auf den Punkt zubringen. Interessant ist, dass seine Motive nie fest verankert oder geerdet sind, sondern immer in Bewegung erscheinen. Das geschieht in einem Raum, der nicht fassbar ist und so dem stetigen Wandel unterworfen wird. Nichts ist starr und - nur was sich bewegt, entwickelt sich weiter.

Werden - Sein - Vergehen

Es ist wohl eine der zentralsten Fragen des Menschen schlechthin und eine, die sich so mancher Künstler stellte und mit seinem Schaffen eine Antwort darauf zu finden suchte. Paul Gauguin oder Giovanni Segantini, um nur zwei zu nennen, schufen eindrückliche Bilder dieser Thematik „Woher kommen wir - wer sind wir - wohin gehen wir“ oder „Werden - Sein - Vergehen“. Gauguin schuf seine Werke auf Tahiti, wo er das verlorene Paradies zu finden hoffte, Segantini zog es in die Bündner Berge, wo er immer weiter in der Höhe, dem Himmel entgegenmalte.
Auch Ilisevics Auseinandersetzung mit seiner Umwelt lässt sich mit den immer wieder thematisierten Lebensstationen umschreiben. Er legt sich aber nicht auf einen rein symbolischen Dreischritt fest, sondern beobachtet diesen ewigen Kreislauf aus der Perspektive seiner unmittelbaren Umgebung, speist ihn mit seinen persönlichen Erfahrungen und schafft so kraftvolle Bilder. Kraftvoll im Sinne einer urwüchsigen und unprätentiösen Schilderung, der keine Künstlichkeit anhaftet. Das trägt im Übrigen verwandte Züge zu Josef Gnädinger, der im Kranz in Ramsen seine Heimat hatte und wo er viele seiner Werke schuf.

Den beiden gemeinsam ist auch, dass ihnen trotz aller Erdennähe eine ganz spezifische Symbolkraft eigen ist. Sie ist von eindringlicher Klarheit und dennoch ambivalent. Ohne das Wissen um einen Teil der persönlichen Biografie bliebe ein Teil verschlüsselt. Es würde der Bildkraft keinen Abbruch tun, wäre aber bedauerlich, weil gerade diese Verknüpfung zu einer zusätzlich aufgeladenen und erweiterten Symbolik führt und so eine Perspektive mehr eröffnet, ohne dem Betrachtenden seine eigenen Visionen zu nehmen.

Hortensia von Roda

 

Velimir Ilisevic, Lebenslauf:

Geboren am 1. September 1965 in 
(Ehemaliges Jugoslawien)

1989 - Übersiedlung in die Schweiz, Bekanntschaft mit dem Maler Josef Gnädinger

1992 - Besuch der Kunstgewerbeschule, Zürich.

- seit 2002 technische Betreuung in der Stiftung Wilfried Moser.

2005 - Bau des neuen Ateliers in Stein am Rhein.

- seit 2007 Zusammenarbeit mit der Galerie Römer Fine Art, Zürich.

Ausstellungen im In – und Ausland.

Arbeiten in privaten und Öffentlichen Sammlungen in der Schweiz und im Ausland unter anderem in Sturzenegger Stiftung – MzA Schaffhausen, Georg Fischer AG Schaffhausen, Wegelin & Co. Privatbankiers Zürich, Knecht AG Architektur Oberwil, Muffler – Architekten Tuttlingen, Praxis Dr. Jud Schaffhausen / Volketswil, Städtisches Kunstmuseum Singen.

Lebt mit Familie in Stein am Rhein
www.ilisevic.com