27. April bis 30. Juni 2002

Joseph Gnädinger

ausstellung pict01

Farbholzschnitte von 1950 bis 2000

«Es ist eine Technik, die zum Bekenntnis herausfordert, zum unmissverständlichen Darlegen dessen, was man letztlich meint. Es oder vielmehr sie erzwingt eine gewisse Allgemeingültigkeit des Ausdrucks und weist die unwichtigen Wirkungen bequemer und der Gefälligkeit dienender Verfahren zurück.» (Ernst Barlach, 1919)

Öffnungszeiten - 27. April bis 30. Juni 2002
Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr 
und nach telefonischer Vereinbarung
Telefon +41 52 743 18 89

Vernissage Samstag, 27. April 2002, 15 Uhr Es sprach Dr. Gérard Seiterle, Museumsdirektor i.R.

Die Ausstellung versteht sich als Verkaufsausstellung. Zu den meisten der gehängten Holzschnitte finden sich in der Galerie weitere Restexemplare, welche vor Ort erworben und sogleich mitgenommen werden können.

Pressebericht Schaffhauser Nachrichten 29.04.02:

Ein Auge für alles Schöne

Am Samstag eröffnete die Stiftung Josef Gnädinger eine Ausstellung mit Holzschnitten des verstorbenen Ramsener Malers.

Vielseitiger Künstler

War man am Sonntag zuvor in den Lindwurm in Stein am Rhein zu einer Ausstellung von Aquarellen geladen, so waren es am vergangenen Samstag die Holzschnitte, die gezeigt wurden. «Ich habe seine Vielseitigkeit immer bewundert», führte Gérard Seiterle in die Ausstellung ein. Josef Gnädinger sei nicht nur Maler gewesen, sondern habe auch breites Interesse an Literatur und Theater gezeigt und sich in diesen Gebieten ein reiches Wissen erarbeitet. Seppel habe zeitlebens ein Auge für alles Schöne gehabt. Seiterle erinnerte auch daran, dass das Atelier des Ramsener Malers ein Schmelztiegel für hitzige Diskussionen über Gott und die Welt war.

 Die Holzschnitte, so Seiterle, sind bei Gnädinger immer wieder faszinierend. Die Technik kam in Europa um 1900 auf. Sie habe ihn zur Einfachheit in der Darstellung geführt, ja gezwungen, sie sei ihm gelegen gewesen und habe ihn bis ans Lebensende begleitet.
Dadurch, dass Gnädinger jeden Holzschnitt selbst abzog, sei jeder auch ein Einzelbild geworden. Die Holzschnitte fügen sich besonders gut ins Ambiente der Galerie zum Kranz ein, wie Seiterle bemerkte.

 Religiöse Themen

 Die Auswahl der in der laufenden Ausstellung gezeigten Bilder trafen Hans Weckerle und Christoph Weckerle. Sie hätten sich bei der Auswahl einen imaginären Kunstsammler vorgestellt. So erfahre der Besucher, die Besucherin eine individuelle Sicht, betonte Hans Weckerle in seiner Einführung. Die gezeigten Holzschnitte umfassen den ganzen Schaffensbereich Josef Gnädingers seit den fünfziger Jahren. Einen Schwerpunkt bilden die religiösen Themen; sie werden erweitert durch Darstellungen aus der Umgebung Ramsens und aus der Natur. Aus ihnen bricht das Kraftvolle, manchmal beinahe Ungestüme, das Gnädingers Arbeiten so besonders auszeichnet, ganz eindrücklich hervor. (U. J.) /

 Schaffhauser Nachrichten, 29.4.02

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