21. September bis 20. Oktober 2002eva spalinger02gif

Eva Spalinger - Stillstand und Bewegung

"EinBlick"
eine Sichtweise auf Dinge und Zustände

Vernissage
Samstag 21. September 2002 17 Uhr
Es spricht Dr.phil. Klaus Unger

Finissage
Sonntag 20. Oktober 2002 14 bis 17 Uhr
Öffnungszeiten: Samstag & Sonntag 14 bis 17 Uhr
und nach Vereinbarung

Bericht in den Schaffhauser Nachrichten vom 25. September 2002

Die gebannte Spannung

Eva Spalinger aus Stein am Rhein stellt in der Galerie zum Kranz aus

Ramsen. «Die Stiftung will die Galerie mit aktuellen Werken aus der Region weiterstrahlen lassen», begrüsste Othmar Gnädinger die Gäste am vergangenen Samstag im Haus zum Kranz in Ramsen. Es handelte sich um den Auftakt zur ersten Ausstellung, die die Stiftung Josef Gnädinger im Sinne des Vermächtnisses des verstorbenen Ramser Malers in der Galerie durchführt.

Als erste Künstlerin stellt die in Stein am Rhein wohnhafte Eva Spalinger ‐ man kennt sie hier auch als Goldschmiedin ‐ ihre jüngsten Werke aus, Bilder von Kugeln, Töpfen und kugelförmigen Steinen. Sie stehen in Reihen nebeneinander, übereinander, in loser, dann auch in intensiver Beziehung zueinander.

Was auf den ersten Blick als Abbildung der Wirklichkeit erscheint, irritiert beim genauen Betrachten. Denn die rhythmisch und mithin harmonisch angeordneten Abbildungen durchbrechen immer wieder die Perspektive, scheinen zu schweben, drohen zu fallen. Es geht Eva Spalinger nicht um die wirklichkeitsgetreue Darstellung der Gegenstände, obwohl oder gerade weil sie technisch perfekt ausgearbeitet sind. Die Künstlerin arbeitet mit schwarzen und grauen Tönen, dies aber in feinsten Nuancierungen.

Und so folgt das Auge den Schatten, lässt sich hineinnehmen in das Spannnungsfeld zwischen Stillstand und Bewegung, zwischen Erscheinen und Entschwinden, verwischen sich die Grenzen zwischen Aussen‐ oder Innenansicht. Es handle sich indes nicht um expressive Malerei, betonte Klaus Unger in seinen einführenden Worten. Die Reduktion der Formen und Linien, der weitgehende Verzicht auf Farben bändige zwar das Spannungspotenzial der Bildkonstellation. Und doch blieben die Dinge dort, wo die Malerin sie hinstelle, verharrten im Spannungsfeld. Dem setze sich auch der Betrachter aus, der letztlich froh darüber sei, dass es sich weder in die eine noch andere Richtung löse, sondern dass einfach nichts geschehe. Diese intro‐ und extravertierte und gleichzeitig gebannte Spannung mache die erstaunliche, ja fast geheimnisvolle Wirkung der Bilder Eva Spalingers aus, schloss Unger seine Einführung. (U. J.)

Die Ausstellung dauert bis zum 20. Oktober und ist am Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr und in der Museumsnacht am 2. Oktober von 18 bis 24 Uhr geöffnet.