2. November bis 15. Dezember 2002

Bruno & Eric Bührer

"Das kulturelle Leben der Region Schaffhausen von 1960-2000"

Après-midi des artistes, 9. November, 15 Uhr
Es sprechen Praxedis Kaspar, Journalistin und Christian Schmid, Redaktor DRS buehrer 1

Die Auswahl aus dem Archiv von Bruno und Eric Bührer umfasst den Zeitraum vom Beginn ihres Schaffens bis zur Gegenwart.
Die Bilder sind mehr als Zeitdokumente. Die beiden Fotografen vermitteln ihre Sicht einer illustrierten Kulturgeschichte der Region Schaffhausen.

Öffnungszeiten: Samstag & Sonntag 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung;
                        Telefon 052/743 18 89

 Eine Veranstaltung im Rahmen der "Schaffhauser Fotowochen".

 

 

Berichterstattung Schaffhauser Nachrichten, Montag 11. November 2002, Region

Nie mit schamlosem Blick


Die Galerie zum Kranz in Ramsen zeigt eine Querschnitt durch das Schaffen der FotografenBruno und Eric Bührer.buehrer 2

Ramsen. Der schematische Zugang führt nicht zum Ziel, musste Christoph Weckerle erkennen, als es galt, die Auswahl für die Ausstellung zu treffen, die am Samstag in Ramsen eröffnet wurde. Die beiden Schaffhauser Fotografen Bruno und Eric Bührer zeigen im «Kranz» einen ausgewählten Querschnitt aus ihrem Archiv. Bei der Auswahl ihrer Bilder gingen sie ebenso systematisch vor: Für sie stand das Atmosphärische im Vordergrund.

Der Rundgang durch die Ausstellung bestätigt Weckerles Erkenntnis. Die Bilder zeichnen sich durch eine intensive Aussagekraft aus. Sie lassen ‐ hat man das Ereignis selbst miterlebt und liegt es auch in weiter Ferne ‐ in einem die damaligen Gefühle wieder aufleben. Gegenwartund Erinnern zugleich, wie es dem Wesen der Fotografie eigen ist.

Ihre wechselseitige Laudatio teilten sich Christoph Schmid und Praxedis Kaspar in Lebenslauf und Würdigung auf. Schon in ihrer frühen Kindheit in Thayngen in der Gastwirtschaft ihrer Eltern hätten die beiden ein Auge für die Menschen bekommen, berichtete Schmid, der den Werdegang der beiden Fotografen schilderte. Dieser führte die beiden 1961 wieder zusammen. Sie wagten den Schritt in die berufliche Selbständigkeit. Sie waren in Schaffhausen diejenigen, die das Bild in die Zeitung brachten, um auf ihre Weise dem Geschehen und den Menschen auf der Spur zu sein. Nie mit einem schamlosen Blick, wie Praxedis Kaspar betonte. Immer seien sie am Rand geblieben, wissend, dass aus der Distanz die besseren Bilder entstehen. Neben Politik und Tagesgeschehen gab es auch immer wieder fotografische Ausflüge in die Kultur. Den Aufnahmen, die in diesem Zusammenhang entstanden, ist denn auch ein beträchtlicher Teil der Ausstellung gewidmet, der sich als Querschnitt über die bedeutenden Künstler der Region präsentiert.

Diese Fotografien gehören zu den schönsten der Ausstellung, lassen sie doch gerade etwas von der Distanz spüren, die notwendig ist, um die Intensität des Ausdrucks zu erreichen, die sie auszeichnet. Es ist nicht kühle Distanz, die aus den Bildern spricht. Es ist vielmehr der Respekt, den Bührers ihren Motiven und den abgebildeten Menschen entgegenbringen. Und es sind Herzenswärme und Verantwortung, mit denen sie ihrem Handwerk stets nachgehen, wie Kaspar feststellte.

Mit einer kleinen Prise Wehmut endeten die Ausführungen der Vernissagerednerin: Bruno und Eric Bührer hätten ihre Arbeit stets als Handwerk betrachtet. Nun sei es durch den Fortschritt von Technik und Elektronik vom Verschwinden bedroht. Den unter hunderttausenden ausgewählten Bildern kommt unter diesem Aspekt eine ganz besondere Bedeutung zu. (U.J)